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Wer Kinder hat, entdeckt auch oft das Kind in sich selbst neu. Wie die Firma Piatnik weiß und schon seit über 180 Jahren kultiviert: Jeder spielt. Kinderspiele mit dem Nachwuchs zu spielen ist mehr als nur ein bloßer Zeitvertreib! Es stärkt den Zusammenhalt, die Familie verbringt bewusst Zeit miteinander und lernt sich kennen. Natürlich haben viele Kinderspiele auch andere Eigenschaften, es gibt schon sehr viele mit pädagogischem Hintergrund, Spiele, die verschiedenste soziale Fähigkeiten anregen sollen. Aber alle Eltern seien beruhigt: wenn das Spiel Spaß macht und nicht gerade Gewalt verherrlicht, ist es sicher gut und entwicklungsfördernd.
Außerdem sollte nicht immer nur das Lernen das Motiv zum Spielen sein. Wer Kinder beobachtet, wird eine beneidenswerte Eigenschaft an ihnen feststellen: das Spielen um des Spielens Willen. Es geht nicht vordergründig um gewinnen oder um Sinnhaftigkeit, Kinder spielen, weil spielen Spaß macht. So ergeht es auch vielen Eltern. Sie helfen den Kindern beim Malvorlagen ausmalen, sie erfinden Abenteuer, die die Puppen oder Legofiguren erleben, sie können sich auch in diversen Kartenspielen, Brettspielen oder anderen verlieren. Wer den Punkt erreicht hat, der hat es auch viel leichter, mit seinem Kind ein gutes Verhältnis aufzubauen. Viel zu oft vergessen wir Erwachsenen, dass das Leben nicht nur aus Arbeit und Zielen besteht. Das Leben sollte auch genossen werden und es ist wichtig, dem Kind auch das zu übermitteln. Es geht nicht nur um das Ziel, um das Gewinnen, wahrscheinlich ist es viel wichtiger, den Weg genossen zu haben.
Wir sind alle auch immer noch gute Menschen, die es verdient haben oder gar nicht verdienen müssen, sich gut zu fühlen, egal, wie schwer uns das Leben gerade scheint.
Wahrscheinlich würden ein paar Abende des Sich- Vergessen über Spielspass vielen Menschen mehr Entspannung geben, als die teuersten Therapien.
Warum ist das Spielen, das sozusagen sinnlose, zwanglose, erleichternde Beisammensein mit anderen Menschen am Aussterben? Warum spielen die meisten Jugendlichen inzwischen alleine mit ihren Konsolen? Oder das Spielen wird zur Sucht am Gewinnen, zur ernsten Beschäftigung, bei der es um Geld geht?
Anscheinend fällt es vielen Menschen auch immer schwerer, sich insofern fallen zu lassen, als dass sie kein Ziel bei einer Beschäftigung erreichen können. Wie Erich Kästner es formulierte: Kinder an die Macht! Vielleicht kommen so in Zukunft auch mehr innere Kinder von Erwachsenen wieder zum (Spiel-) Zug…
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