Mattel ist bereits ein weltweit recht bekannter Markenname, jedoch wird dieser durch die Bekanntheit seines eigenen Produktes vollkommen in den Schatten gestellt. Die Rede ist natürlich von dem wohl berühmtesten Spielzeug der Welt, der Barbie.
Als Weltkonzern mit solch einem Zugpferd steht man aber eben sehr im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Dies hat positive und negative Effekte, worum sich firmeninterne Publizisten, Pressesprecher, Name-Brander und wie sie alle heißen kümmern. All diese Entwicklungen sind allerdings relativ neu und wurden vor allem in den späten 80ern und frühen 90ern des vergangenen Jahrhunderts nötig. Denn im Zuge der Globalisierung bildete sich eine große Gruppe Gegner derselben heraus, die eben unter anderem stark kritisierten, wie westliche Großkonzern Länder mit Niedrig-, um nicht zu sagen Hungerlöhnen und miserablen Arbeitsbedingungen ausbeuten.
Vor allem für ein Unternehmen, das Kinderspielzeug vertreibt und so auf ein möglichst kinder- und menschenfreundliches Auftreten bedacht ist, können Schauergeschichten aus den Sweatshops der Firmen zu absoluten Imagekillern avancieren.
Doch neben diesen Produktionsbedingungen, denen natürlich schnellstens Abhilfe verschafft wurde, gab es weitere Kritikpunkte.
Nämlich, dass Barbie quasi die Inkorporation des westlichen, blonden, blauäugigen Menschen war und so andersartige Kindern, vor allem nicht kaukasische, quasi diskriminiert.
Doch diesen scheinbaren Mangel verwandelten Mattel und seine Barbie in eine Tugend, indem sie „Freunde“ für die Puppe produzierte, diesmal in allen Haut-, Haar- und Augenfarben, ja es gab sogar eine Rollstuhlbarbie. Da kein Mädchen sein Spielzeug ohne Freunde dastehen lassen wollte, konnten so Milliardengewinne eingefahren werden, zumal die Freunde auch noch neuer Outfits bedurften.
Statt sich also von solch doch äußerst imageschädlichen Anprangerungen einschüchtern zu lassen, ging Mattel in die Offensive und verwandelte die Misere direkt in seinen Vorteil. Gewinne wurden gesteigert, das Image wieder aufpoliert und zusätzlich eine kleine Revolution auf dem Puppenmarkt gestartet, bestand eine durchschnittliche Puppenkommune davor lediglich aus Papa, Mama und Kind.
Gewusst wie.

Sandra Vassner
sandra.vassner@googlemail.com

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